Gleich zwei Brandkatastrophen haben die Schweiz erschüttert: Crans-Montana VS und Kerzers FR. Der Bund will den Opfern im Wallis Millionen zahlen. 50’000 Franken bekommen die Angehörigen der 41 Todesopfer und die über hundert Verletzten, die ins Spital gebracht werden mussten. Für die sechs Opfer des Brandanschlags von Kerzers ist derzeit kein derartiger Solidaritätsbeitrag vorgesehen.
Just einen Tag vor dem Brandanschlag hatte Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan (45, BS) das Opferhilfe-Gesetz mit einem Passus ergänzen wollen, der allgemein für Opfer von ausserordentlichen Ereignissen die Möglichkeit eines Solidaritätsbeitrags vorsah. Sie warnte vor einer Ungleichbehandlung allfälliger Opfer. Vergeblich. Der Nationalrat lehnte den Passus ab. Auch SP-Justizminister Beat Jans (61) sprach sich dagegen aus: «Für den Bundesrat ist es der falsche Zeitpunkt, um über eine solche generelle Erweiterung zu diskutieren.» Das Crans-Montana-Spezialgesetz sei nicht der richtige Rahmen dafür.